Ostholstein

Verabschiedung

Geschäftsführer Udo Glauflügel in den Ruhestand verabschiedet

Der langjährige Geschäftsführer und vormalige Leiter Rettungsdienst des ASB RV Ostholstein, Udo Glauflügel, wurde nach über 35-jähriger beruflicher Tätigkeit beim Arbeiter-Samariter-Bund am Freitag, 23. Februar 2018 offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

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Der langjährige Geschäftsführer des ASB Ostholstein, Udo Glauflügel, wurde am 23.02.2018 in den Ruhestand verabschiedet

An der durch Bilder und Videos aufgelockerten dreistündigen Veranstaltung im MeerHuus in Großenbrode nahmen über 100 Ehrengäste teil. Vertreten waren u.a. die Bürgermeister der Stadt Heiligenhafen, Heiko Müller, der Gemeinde Großenbrode, Jens Reise, der Stadt Fehmarn, Jörg Weber, der Stellv. Landrat des Kreises Ostholstein, Timo Gaarz, der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens und zahlreiche Vertreter von Behörden, Hilfsorganisationen und Institutionen, von allen ASB-Regionalverbänden im Land, vom ASB Landes- und Bundesverband sowie viele langjährige Weggefährten.
Mit einem kleinen Bilder-Film über verschiedene Stationen des ASB-Werdegangs von Udo Glauflügel begann der offizielle Teil der Verabschiedung, gefolgt von der Laudatio - gehalten vom Vorsitzenden des ASB-Ostholstein, Jörg Bochnik. Es folgten zahlreiche Grußworte der Gäste.

Für seine Verdienste um den ASB wurde Udo Glauflügel mit dem Samariter-Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. ASB-Landesgeschäftsführer Heribert Röhrig und der ASB-Landesvorsitzende Thomas Elvers übernahmen die Ehrung.

Als bleibende Erinnerung für Udo an seine Dienstzeit beim ASB hatte der Vorstand des Regionalverbands neben einem dicken Fotobuch mit annähernd 1.000 Bilder noch eine weitere Überraschung in Form eines Videofilms vorbereitet.
Seit Oktober waren zahlreiche Weggefährten von Udo darum gebeten worden, Grußbotschaften zum Ruhestand in Form kleiner Video-Clips zu erstellen. Und so waren weit über 60 Videogrüße zusammengekommen, die zusammengeschnitten 68 Minuten Länge erreichten. Da eine Vorführung den Rahmen der Verabschiedungsfeier gesprengt hätte, wurde eine Kurzversion zusammengeschnitten, die im Rahmen der Feierstunde gezeigt werden konnte. Da die Feuerwehr Großenbrode ein besonders humorvolles filmisches Meisterwerk abgegeben hatte, musste dieser Film in Gesamtlänge auf jeden Fall vorgeführt werden. "Harry Hirsch auf Spurensuche" (gespielt von Markus Ott und gefilmt von Petra Rose) bildete den Abschluss der Feierstunde und erhielt die volle Punkt-Wertung in der Gunst des Publikums, bevor das Büffett eröffnet wurde.

 

Jörg Bochnik, Bilder Stephan Andersen und Jörg Bochnik 25-FEB-2018
 

Rückblick

Udos Werdegang beim ASB

Der berufliche Werdegang beim ASB RV Ostholstein (vormals OV Heiligenhafen) von Udo Glauflügel ist von Anfang an eng verknüpft mit seinem ehrenamtlichen Engagement in unserer Hilfsorganisation. Bereits im Jahre 1988 übernahm er beruflich das Amt des Wachleiters im Rettungsdienst.

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1984 - der erste Rettungswagen in Heiligenhafen

 

SEG-Mitbegründer
Ein Meilenstein beim ASB war im Juni 1988 der Aufbau der ersten „Schnelleinsatzgruppe" Rettungsdienst mit Gefahrgutteil in Schleswig-Holstein, zu deren Mitbegründern und Konzeptentwicklern Udo Glauflügel gehörte und bei der er mehrere Jahre als einer der drei Einsatzleiter ehrenamtlich tätig war.

Auslandseinsatz in Armenien
Im Februar 1989 kam es zu einem starken Erdbeben in Armenien, Udo Glauflügel meldete sich gemeinsam mit Helmut Wollesen spontan zum Auslandseinsatz für den ASB und versorgte bei eisiger Kälte 14 Tage lang die dortige Bevölkerung mit Trinkwasser.
Von 1989 bis 1990 absolvierte Udo Glauflügel eine mehrmonatige Ausbildung zum „Manager im Rettungsdienst".

Die DDR-Grenze öffnet sich
Mit Öffnung der Grenzen zur damaligen DDR im Jahre 1989 engagierte sich Udo Glauflügel gemeinsam mit zahlreichen Mitstreitern bei der Wiedergründung des ASB in den Regionen Anklam und Bad Doberan. Hierzu gehörte auch die ehrenamtliche Aus- und Fortbildung des damaligen Rettungsdienst-Personals.

Leiter Rettungsdienst
Im Jahre 1991 erlangte Udo Glauflügel die berufliche Qualifikation als Rettungsassistent und stieg im gleichen Jahr zum Leiter Rettungsdienst im ASB Heiligenhafen auf.

Kroatien lag ihm am Herzen
Zwei Hilfseinsätze in Kroatien nach dem dortigen Bürgerkrieg im Auftrag des ASB und der „Deutschen Humanitären Hilfe" erfolgten im Jahre 1992. Der Aufbau und Betrieb eines Lagers für Hilfeleistungen wurde in ehreamtlicher Mission durchgeführt.
Als Folge dieses Einsatzes organisierte Udo Glauflügel im gleichen Jahr einen 10-tägigen Erholungsaufenthalt für 39 kroatische Waisenkinder aus Zagreb in Großenbrode.
Ebenfalls für Koatien wurde von 1992 bis 1993 eine Sammlung von Sanitärartikeln und der anschließende Transport der über 400 Teile
vom ihm organisiert.
Die Idee und Umsetzung für das Projekt „Reisebus für das Kinderheim Mali Prins in Zagreb" folgte im Jahre 1993. In enger Zusammenarbeit von Malteser Nothilfe und ASB wurde ein gebrauchter Bus durch den ASB in Heiligenhafen total saniert, überführt und an das dortige Kinderheim übergeben.

Gebäude und Koordination
Eine ganz neue Aufgabe kam auf Udo Glauflügel mit der Baubetreuung unseres neuen ASB-Gebäudes in der Tollbrettkoppel in den Jahren 1997 bis 1998 zu – in ehrenamtlicher Tätigkeit!
Immer mehr wurde das Fehlen eines Geschäftsführers deutlich. Es reichte nicht mehr aus, dass der Vorstand ehrenamtlich und meist in den Abendstunden unermüdlich tätig war. Viele Aufgaben konnten angesichts der steigenden hauptamtlichen Mitarbeiterzahl ehrenamtlich nicht mehr geleistet werden. So stellte Udo Glauflügel in den Jahren 1998 bis 2007 die Koordination der Zusammenarbeit zwischen ASB Ortsverband Heiligenhafen und ASB Landesverband sicher. In Ermangelung eines hauptamtlichen Geschäftsführers wurde diese Aufgabe von ihm größtenteils ehrenamtlich durchgeführt.

Geschäftsführer seit 2008
Die hauptamtliche Tätigkeit von Udo Glauflügel als Geschäftsführer des ASB Heiligenhafen begann am 1. Janaur 2008, zunächst als halbe Stelle. In der anderen Hälfte seiner Tätigkeit widmete er sich weiterhin der Leitung des Rettungsdienstes.
Seit 2009 nimmt Udo Glauflügel die Geschäftsführertätigkeit in Vollzeit wahr.

Fachreferent für den ASB-Landesverband
Seit 2002 war Udo Glauflügel Landeskatastrophenschutz-Beauftragter beim ASB SH, bevor er 2010 die Tätigkeit des Fachreferenten Notfallvorsorge/KatS des ASB Landesverbands Schleswig-Holstein in ehrenamtlicher Funktion übernahm. Hierzu gehörte z.B. die Koordination der ASB-Kräfte im Land beim Elbehochwasser 2013, die Verbesserung der Zusammenarbeit der örtlichen ASB-Gliederungen im Katastrophenschutz, Kontakt und Gespräche im Auftrage des ASB LV SH mit Dienststellen des Landes, der Kreise usw.
Für das später folgende Projekt „Beltsamariter" nahm Udo Glauflügel im Jahre 2011 Kontakt zur dänischen Partnerorganisation Dansk Folkehjaelp auf.

Vorbereitung auf den Tunnel
Seit 2011 arbeitet er in mehreren Arbeitsgruppen des Kreises Ostholstein und des Landes Schleswig-Holstein an der Planung und Organisation des Rettungsdienstes im Zusammenhang mit der Festen Beltquerung mit.
Den Aufbau des heutigen UAV-Teams (Drohne) stieß Udo Glauflügel im Jahre 2014 als Initiator an. Es war seinerzeit das erste Projekt dieser Art in Schleswig-Holstein, welches von Hilfsorganisationen betrieben wird.
Sicherlich könnte man noch zahlreiche weitere Projekte aus seinem Tätigkeitsbereich aufführen, an denen er entscheidend beteiligt war, dies würde an dieser Stelle aber den Rahmen sprengen.

Stets den ASB im Blick
Man kann Udo Glauflügel im Rahmen seiner Tätigkeiten bescheinigen, dass er stets die Ziele des ASB im Auge hatte und seine Tätigkeit ziemlich oft nicht am Ende der regulären Arbeitszeit endete. Stets kritisch im Blick hat er die finanziellen Belange unseres Regionalverbands sowie immer ein offenes Ohr für die Belange unserer Mitarbeitenden, egal ob sie hauptberuflich oder ehrenamtlich beim ASB tätig waren und sind. Aufgrund seiner eigenen ehrenamtlichen Tätigkeiten und Erfahrungen war es Udo immer ein wichtiges Anliegen, neben den hauptamtlichen Bereichen diejenigen Organisationsstrukturen, die beim ASB freiwillig und ehrenamtlich betrieben werden, positiv zu begleiten.

Text Jörg Bochnik, Fotos Archiv und J.Bochnik 25-FEB-2018