Ostholstein

Freiwillige gesucht

Feuerwehren und ASB riefen um Hilfe.

Angekündigt als "Vorprogramm" des traditionellen Maibaumrichtens auf dem Heiligenhafener Marktplatz kam es am 1. Mai 2017 zu einem besonderen und nicht erwarteten Auftritt von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren Heiligenhafen und Großenbrode sowie des ASB Ostholstein. Wähle 112 – und niemand kommt. Diesem hoffentlich nie eintretenden Szenario und dem leider negativen Trend, sich dauerhaft in einer Hilfsorganisation zu engagieren, wollten die drei Hilfsorganisationen mit dieser Aktion entgegentreten.

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Das Banner mit der Aufschrift "Wer hilft uns helfen" wird vom Rathaus-Balkon entrollt.

Sicher ist, dass es ohne die Gewinnung von neuen Ehrenamtlern für die Hilfsorganisationen mittelfristig zur Überlebensfrage kommen wird! In der drastischen Folge, dass in Notfällen der Bevölkerung nicht mehr ausreichend Hilfe zuteil werden kann.
Traditionelle Veranstaltungen wie "Tage der offenen Tür" oder "Sicherheitstage" sprechen in der Regel nicht die Zielgruppe der möglichen neuen Ehrenamtler an.
Zunächst wurde über eine Wiederholung des "Sicherheitstages" auf dem Heiligenhafener Marktplatz nachgedacht. Im Gegenzug machten die Verantwortlichen des ASB Ostholstein aber einen Vorschlag der ganz anderen Art - eine Art flash mob. Nach anfänglicher Skepsis begannen die ersten Planungen im November 2016 - unter strenger Geheimhaltung!
Um mit der geplanten Aktion ein möglichst großes Publikum anzusprechen, war man nach Rücksprache mit der Bezirkshandwerkerschaft Heiligenhafen und der Stadt Heiligenhafen übereingekommen das traditionelle Maibaumrichten auf dem Heiligenhafener Marktplatz zu nutzen.
Und so erreichten am 1. Mai gegen 10.45 Uhr zahlreiche Einsatzfahrzeuge in gemischten Fahrzeugkolonnen aus drei Richtungen den Heiligenhafener Marktplatz - unter Verwendung ihrer Sondersignale. Völlig überraschend für das anwesende Publikum, welches auf das traditionelle Maibaumaufrichten wartete.
Die Besatzungen verließen ihre Fahrzeuge, begannen aber nicht wie erwartet mit den Rettungsmaßnahmen, sondern suchten das Gespräch mit dem Publikum und verteilten Folder mit dem Aufdruck "Hilfe".
Ein plötzlich erschallender Signalton ließ die Helfer vom ASB sowie die Feuerwehrangehörigen Aufstellung in Richtung Rathaus-Balkon nehmen. Zeitgleich wurde von zwei Helfern vom Balkon aus ein vier Meter langes Banner entrollt. Die Helferinnen und Helfer erstarrten und zeigten mehrere Minuten auf das Banner, um der Aufschrift "Wer hilft uns helfen" den nötigen Nachdruck zu verleihen.
Nach dem Ertönen eines weiteren Signals löste sich die Erstarrung und die Helfer mischten sich wieder unter das Volk.
Zeitgleich begann Sandra Hamer, Stadtmanagerin der Stadt Heiligenhafen, eine Moderation zum Thema Ehrenamt in den Hilfsorganisationen und interviewte dabei den Wehrführer der Heiligenhafener Wehr, Michael Kahl sowie Udo Glauflügel, den Geschäftsführer des ASB Ostholstein.
Im Zeichen des nahenden Spielmannszuges, der die eigentliche Zeremonie des Maibaumaufstellens einläutete, verließen die Einsatzkräfte den Markt und beendeten die Aktion - in der Hoffnung, dass sich zukünftig möglichst viele Interessierte für ein Ehrenamt in den Feuerwehren sowie im ASB melden, um ihre Schaffenskraft freiwillig und ehrenamtlich in den Schutz der einheimischen Bevölkerung einzubringen.
25 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des ASB Ostholstein aus der ASB-Jugend, der Schnelleinsatzgruppe, dem UAV-Team, dem Rettungsdienst, dem Vorstand und der Geschäftsführung beteiligten sich an der flash mob Aktion ebenso wie zahlreiche Feuerwehrleute aus Heiligenhafen und Großenbrode.
Eine Abschlussbesprechung aller beteiligten Freiwilligen beendete die Aktion, die allen Beteiligten sichtlich Spaß gemacht hat. Auch in der Erwartung, dass sich möglichst viele neue Freiwillige für die ehrenamtliche Mitarbeit im ASB oder in den Feuerwehren entscheiden.

 

Weitere Bilder von Jörg Bochnik

Video
Unser Dank hierfür geht an Arne Jappe von der Foto- und Filmagentur Nyfeler

360 Grad Video von Petra und Frank Rose

Text und Fotos Jörg Bochnik 02-MAI-2017