Ostholstein

Wünschewagen

ASB-Regionalverband Ostholstein stellte "Wünschewagen" vor

Wünsche und Träume zu haben, ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Doch was ist, wenn sich die Lebenszeit, bedingt durch eine schwere Erkrankung, dem Ende zuneigt? Gerade dann sollte die Verwirklichung letzter Wünsche nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden. Mit dem Wünschewagen, der gestern beim ASB in Heiligenhafen vorgestellt wurde, unterstützt der Arbeiter-Samariter-Bund schwerkranke Menschen in Schleswig-Holstein, denen für das Erreichen letzter Wunsch-Ziele nicht mehr viel Zeit bleibt.

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Letzte Wünsche wagen

Unbürokratisch und auf dem schnellsten Wege bringt der Wünschewagen seine Fahrgäste an das gewünschte Ziel – zum Beispiel an einen besonderen Ort der eigenen Lebensgeschichte, sagte der Projektleiter und stellvertretende ASB-Landesgeschäftsführer Axel Schröter in Heiligenhafen. Wie der ASB-Vorsitzende Jörg Bochnik betonte, bietet der Wünschewagen auch Raum für die Lebenspartnerin bzw. den Lebenspartner oder eine andere Begleitperson. Stolz berichtete Axel Schröter über eine Fahrt mit dem Wünschewagen, wo ein schwerstkranker Patient den Wunsch hatte, noch einmal in die Autostadt nach Wolfsburg zu kommen. Diesen Wunsch konnte der ASB erfüllen. Die Grundregel lautet bei jeder Wunschfahrt gleich: Die Regie liegt beim Fahrgast. Eine letzte, ruhige und bewusste Reise zu sich selbst ist genauso möglich wie die Einbindung des Wünschewagens in einen großen, gemeinsamen Familienausflug. Mit dem speziell ausgestatteten Wünschewagen und vielen ehrenamtlichen, professionell geschulten Helfern werden die Fahrgäste und begleitende Angehörige zum Wunschort befördert, während ihrer Reise medizinisch betreut und sicher wieder nach Hause gebracht.
Die Fahrt mit dem Wünschewagen ist für den Fahrgast grundsätzlich kostenfrei. Das Fahrzeug erfüllt zwar die Kriterien eines "normalen" Krankentransportfahrzeugs, unterscheidet sich aber atmosphärisch deutlich davon, um die Fahrt so angenehm und behaglich wie möglich zu gestalten. Dafür tragen z.B. besondere Beleuchtungseffekte, eine hochwertige Soundanlage und von außen nicht einsehbare Panoramafenster bei.
Die Wunschfahrten werden von qualifizierten ehrenamtlichen Fachteams begleitet. Die Begleiter bringen Kompetenzen aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich je nach den individuellen Bedürfnissen des Fahrgastes mit, also zum Beispiel aus der Geriatrie, der Pädiatrie, der Palliativpflege und dem Rettungsdienst. Der Wünschewagen wird in ganz Schleswig-Holstein eingesetzt und steht alten und jungen Menschen zur Verfügung, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine nur sehr niedrige Lebenserwartung haben.
Stationiert ist der Wünschewagen beim ASB-Regionalverband Pinneberg/Steinburg in Elmshorn. Dort werden die Wunschfahrten auch koordiniert, gestartet werden sie von jedem gewünschten Ort in Schleswig-Holstein aus.
Schirmherr des schleswig-holsteinischen Wünschewagens ist Ministerpräsident Torsten Albig. Begeistert von der Aktion des ASB-Landesverbandes zeigten sich auch die Pflegedienst-Direktoren der Ameos-Klinik, Horst-Dieter Spieckermann und Magrit Englert sowie Beate Rinck, Pflegedienstleitung der Sana-Klinik Oldenburg. Aus Heiligenhafen war Dr. med. Johansson zur Präsentation des Wünschewagen gekommen. Sein Kommentar: Eine gute Sache. Ich hätte sogar einen Patienten, der sich sicher über die Verwirklichung eines letzten Wunsches freuen würde. 15 haupt-, und ehrenamtliche ASB-Mitarbeiter haben schon ihr Interesse bekundet, solche Fahrten zu gleiten. Wer den Wünschewagen in Anspruch nehmen will, kann sich an den ASB Regionalverband Ostholstein, Geschäftsführer: Udo Glauflügel, Tel. (04362) 900450, E-Mail: info(at)asb-ostholstein.de, oder an die Wünschewagen-Hotline: (0431) 70694-111, wenden.

A.Peters / P.Foth 22-JAN-2016