Ostholstein

Mitgliederversammlung des ASB Ostholstein

Drei Geburten im Rettungswagen

Mit 105 hauptamtlichen Mitarbeitern im Bereich des Rettungsdienstes, der ambulanten Pflege in Heili­genhafen und der Sozialstation in Burg, dem Hausnotruf und der Verwaltung ist der ASB­ Regionalverband ein wichtiger Arbeitgeber in dieser Region. Viele Aufgaben sind aber auch im ehrenamtlichen Bereich angesiedelt. Dazu gehören die Schnelle-Einsatz-Gruppe (SEG), der Katastrophenschutz, die Drohnenaufklärung, der Sanitätsdienst, Erste-Hilfe-Aus­bildung und vieles mehr. ASB­Freiwilligen-Koordinator Walter Cordes machte auf der Mitglie­derversammlung am Sonnabend deutlich, wie schwer es ist, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen.

Bildergalerie

Mitgliederversammlung 2016 des ASB Ostholstein

„Ich fühle mich manchmal als jemand, der auf der Suche nach einer fast schon ausge­storbenen Spezies Mensch ist, die vor Jahren noch oft anzutreffen war", so Cordes. Dennoch gab es einen Licht­blick am Horizont. Aus der Arbeiter-Samariter-Jugend wurde Tim Ruschau in die Schnelle-Einsatz-Gruppe auf­genommen.

„Der ASB funktioniert nur, wenn alle Führungsebenen zusammenarbeiten", sagte der Vorsitzende Jörg Bochnik in seinem Jahresbericht. Dazu gehöre ein ständiger Infor­mationsaustausch zwischen dem ehrenamtlich tätigen Vorstand und der Geschäfts­führung. Im Vorstand tätig sind neben Bochnik, Michael Mohr und Christian Faecks als stellvertretende Vorsitzende sowie Walter Cordes als Frei­willigen-Koordinator und die Jugendgruppenleiterin Kris­tina Mohr, die in ihrem Amt bestätigt wurde. Ein wichtiger Faktor im ASB Regionalver­band ist nach wie vor die Un­terstützung durch Mitglieder, deren Anzahl sich zum Jahres­ende auf über 4700 belief, da­von über 1200 in Heiligenha­fen sowie 1400 auf Fehmarn. Die restlichen Mitglieder verteilen sich auf das Kreis­gebiet und ganz Deutschland, so Bochnik und stellte klar, dass der ASB für alle Bereiche noch Freiwillige benötige, die sich ehrenamtlich engagieren möchten.

Wie Hans Jörg Will vom Rettungsdienst berichtete, kam es bereits 2014, kurz nach Schließung der Geburts­station in Oldenburg, zu zwei Geburten im Rettungswagen. Am Heiligabend im letzten Jahr, während einer Fahrt von der Flüchtlingsunterkunft in Putlos zum Krankenhaus in Eutin, sei ein weiteres Kind im Rettungswagen zur Welt gebracht worden. Im Mai wird zudem ein neues Not­arzteinsatzfahrzeug (NEF) für Fehmarn in Dienst gestellt, so Will. Auf den Rettungswa­chen in Heiligenhafen und auf Fehmarn waren 2015 im Durchschnitt 35 hauptamt­liche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die­se wurden im Durchschnitt von drei Auszubildenden und Ehrenamtlichen unterstützt, sagte Jörg Will, der auch vom Einbruch in die Rettungswa­che auf Fehmarn im Novem­ber berichtete. Das NEF wur­de aus der Halle entwendet, jedoch konnte es nach dem Diebstahl durch das einge­baute GPS-System von der Polizei geortet worden. Die Täter konnten daraufhin fest­gesetzt werden und das Fahr­zeug ohne größere Schäden wieder in den Dienst gestellt werden.

Patrick Büttner ist hauptbe­ruflich im Rettungsdienst tä­tig und betreut ehrenamtlich die Schnelle-Einsatz-Gruppe sowie die Führungsgruppe Sanitätsdienst. Schwerpunk­te im Bereich der Ausbildun­gen waren, so Büttner, unter anderen die theoretischen Übungen und Fortbildungen im Bereich der medizinischen Versorgung. Die erlernten Fä­higkeiten konnten bei einer großen Anzahl an Sanitäts­diensten angewandt werden. So haben die Sanitäter zum ersten Mal erfolgreich die Heiligenhafener Hafenfestta­ge abgesichert und zum zwei­ten Mal das größte Kite-Surf­-Rennen der Welt auf Fehmarn betreut. Insgesamt blicke man auf 41 Tage Sanitätsdienst zurück, so Büttner.

Bei all der ganzen Arbeit sollte natürlich auch die Ka­meradschaft nicht zu kurz kommen und hin und wieder habe man auch den Grill an­geworfen, sagte Patrick Bütt­ner.

ASB-Geschäftsführer Udo Glauflügel berichtete über die verschiedenen Gruppierun­gen im ASB-Regionalverband und die Abläufe, die er steuert. Ihm unterstehen 105 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ehrungen für ASB-Mitgliedschaft und Ehrenamt

Verbessertes Betriebsergebnis / Bedeutung der Erste-Hilfe-Fähigkeiten nicht unterschätzen

Die Personalkos­ten betrugen 2015 2,6 Milli­onen Euro. An Mitgliedsbei­trägen konnte der ASB sich über 119000 Euro freuen. Die Umsätze und Erlöse beliefen sich auf 3,3 Millionen Euro. 150 000 Euro konnten zur Tilgung des ASB-Gebäudes in der Tollbrettkoppel für 2016 als Rückstellung einplant werden. Das Betriebsergeb­nis beläuft sich auf 150000 Euro. Neue Darlehen wurden bei den Banken nicht aufge­nommen. Damit habe sich das Betriebsergebnis in 2015 abermals verbessert, sagte der Geschäftsführer.

Pflegedienstleiterin Elke Sönnichsen ist für 272 Men­schen verantwortlich, davon seien zurzeit 145 Personen reine Pflegekunden, die in der Grundpflege, Behandlungs­pflege, Verhinderungspflege, Pflegeberatung, Betreuung, Hauswirtschaft und Fuß­pflege versorgt werden. Wie Mareile Kordlewska ergänzte, werden zurzeit 175 Hausnot­rufanschlüsse betreut. Bei zwei weiteren Kunden wurde sich im Jahre 2015 für die zehnjährige Nutzung des Sicher­heitssystem „Hausnotruf`" bedankt.

Ob beim Erwerb des Füh­rerscheins gefordert oder im Einsatz als Ersthelfer in Be­trieben und Schulen — jede Bürgerin und jeder Bürger sollte über Erste-Hilfe-Kennt­nisse verfügen, sagte Ausbil­derin Birte Köpke, die eine breit gefächerte Bilanz der Erste-Hilfe-Ausbildung in den vielen Bereichen präsentier­te. Janett Tharmann und Wal­ter Cordes berichteten über den Schulsanitätsdienst in Heiligenhaten und auf Feh­marn.

Am Schluss der Versamm­lung wurden langjährige Mitglieder geehrt. Mit der silbernen Ehrennadel ehrte Jörg Bochnik die Vorstands­mitglieder Michael Mohr und Christian Faecks. Mohr ist seit 1991 im ASB aktiv und seit 2003 Gruppenführer in der Schnellen-Einsatz-Grup­pe. Zudem ist er als Ausbilder in der Erste-Hilfe-Ausbildung aktiv und seit 2002 stellver­tretender Vorsitzender des Regionalverbandes. Christian Faecks ist 1991 in den ASB und die SEG eingetreten und war dort von 1999 bis 2000 als Gruppenführer aktiv. Im Katastrophenschutz vertritt Faecks den ASB als Mitglied der Technischen Einsatzlei­tung des Kreises Ostholstein.

Seit 2002 wirkt Faecks im Vorstand des Regionalverban­des mit — zunächst als Beisit­zer und seit 2006 als stellvertretender Vorsitzender.

Dankeschön-Karten für die Betreuung der Prakti­kanten und Auszubildenden überreichte der Vorsitzende an die Lehr-Rettungsassisten­ten Frank Reimann, Norman Hielscher, Britta Kocks sowie die Praxisanleiter und Aus­bilder Chris Mohrhagen und Tom Schönfelder.

Ein Geschenk zum Dank ging an Michael Heinemann, der zusätzlich die Aufgabe des Stellv. Sanitätsdienstkoordina­tors übernommen hat. Micha­el Struck, der ehrenamtlich als Gerätewart tätig ist, und Stefan Schildknecht, der die Aufgabe des MPG-Beauftragten inne hat und so für die Vorratshaltung medizini­scher Produkte verantwort­lich zeichnet, wurden eben­falls geehrt.

 

Lübecker Nachrichten, 27.04.2016

Reporter, 27.04.2016

 

Peter Foth / Heiligenhafener Post 25-APR-2016