Ostholstein

Ehrung für Udo Glauflügel

Samariter mit Leib und Seele

Mit einer Überraschung begann am Samstag die Sitzung des ASB-Landesausschusses in Neumünster: Günter Ernst-Basten, Vorstand des Paritätischen Schleswig-Holstein, überreichte das goldene Ehrenzeichen des Verbandes an Udo Glauflügel.

Günter Ernst-Basten (li.) überreicht Udo Glauflügel (2.v.re.) das goldene Ehrenzeichen des Paritätischen Schleswig-Holstein. ASB-Landesvorsitzender Thomas Elvers (re.) und Landesgeschäftsführer Heribert Röhrig (2.v.li.) zählten zu den ersten Gratulanten.

Stolze zweieinhalb DIN-A-4-Seiten füllen die Verdienste, die sich der heute 61-Jährige um den ASB erworben hat. 1982 begann seine hauptamtliche Tätigkeit, genauso lange engagiert er sich ehrenamtlich bei den Samaritern. Er ist Mitbegründer und Konzeptentwickler der ersten „Schnelleinsatzgruppe" in Schleswig-Holstein und war mehrere Jahre lang ehrenamtlich als einer der drei Einsatzleiter tätig.
1989 führte ihn ein Auslandseinsatz nach Armenien, wo er nach einem starken Erdbeben bei der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung mithalf. Im selben Jahr absolvierte er eine mehrmonatige Ausbildung zum „Manager im Rettungsdienst" und engagierte sich beim Aufbau des viele Jahre lang verbotenen ASB in der ehemaligen DDR.
1991 wird er hauptamtlicher Leiter des Rettungsdienstes beim ASB Heiligenhafen, bleibt aber auch nach wie vor ehrenamtlich für "seinen" ASB tätig. Zwei jeweils vierwöchige Hilfseinsätze führten ihn nach Kroatien, um nach dem Bürgerkrieg im Auftrag des ASB und der „Deutschen Humanitären Hilfe" ein Lager für Hilfeleistungen aufzubauen. 39 Waisenkindern aus Zagreb ermöglichte er einen zehntägigen Erholungsaufenthalt in Großenbrode, dies alles genauso ehrenamtlich wie die Organisation eines Hilfsgütertransportes nach Kroatien im darauffolgenden Jahr. In enger Zusammenarbeit von Malteser Nothilfe und ASB realisierte er ein Jahr später das Projekt „Reisebus für Kinderheim Mali Prins in Zagreb". Dafür wurde ein gebrauchter Bus auf Vordermann gebracht und an das Kinderheim übergeben.
Nachdem er viele Jahre lang koordinierende und organisatorische Aufgaben in Ermangelung eines hauptamtlichen Geschäftsführers - zum Beispiel auch die Bauabwicklung des neuen ASB-Gebäudes in Heiligenhafen - ehrenamtlich erledigt hatte, nahm er 2008 - man möchte fast sagen: endlich - seine hauptamtliche Tätigkeit als Geschäftsführer des heutigen ASB-Regionalverbandes Ostholstein auf. In dieser Funktion gelang ihm 2011 mit der Kontaktaufnahme zur Dansk Folkehjaelp und dem Projekt „Beltsamariter" ein weiterer Coup. Seit April 2012 ist er einer der beiden Leiter des Projektes auf deutscher Seite. Das deutsch-dänische Projekt zur Verbesserung der Zusammenarbeit und gemeinsamer Ausbildung verbindet Haupt- und Ehrenamt und wird von der EU für drei Jahre gefördert. 2013 hat es den "SAM.I Award" gewonnen als bestes gemeinschaftliches Projekt aller Samariter-Organisationen weltweit und belegte den 4. Platz bei der "Helfenden Hand" des Bundesinnenministeriums.
Udo Glauflügel ist darüber hinaus seit 2010 Fachreferent für Notfallvorsorge und Katastrophenschutz beim ASB Landesverband, koordinierte in dieser Funktion die ASB-Kräfte beim Elbehochwasser 2013 und wirkt u.a. in mehreren Arbeitsgruppen des Kreises und Landes zur Organisation des zukünftigen Rettungsdienstes im Zusammenhang mit der Festen Beltquerung mit. Zudem kümmert er sich um eine Verbesserung der Zusammenarbeit der örtlichen ASB-Gliederungen im Katastrophenschutz.

Annette Peters 23-MAI-2016