Ostholstein

Gesundheitsgespräch

Der ASB Ostholstein lud zum dritten Gesundheitsgespräch ins AMEOS Klinikum Heiligenhafen ein

Im Rahmen seiner Gesundheitsgespräche fand am vergangenen Mittwoch die dritte Veranstaltung des ASB Ostholstein statt - erstmals im "Blauen Salon" des AMEOS-Klinikums in Heiligenhafen. Im Rahmen der Begrüßungsworte dankten Walter Cordes und Jörg Bochnik vom ASB Ostholstein für die kostenlose Unterstützung der Klinik zu dieser Veranstaltung.

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Dr. Jonas von den AMEOS Kliniken referierte über Depressionen

Neben der Bereitstellung der Räumlichkeiten hatte das AMEOS-Klinikum auch die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen sowie Getränken übernommen und stellte darüber hinaus auch noch die beiden ärztlichen Referenten.
In seinem hochinteressanten Vortrag ging Dr. med. Wolf-Rüdiger Jonas, Ärztlicher Direktor der AMEOS Klinika in Heiligenhafen, Kiel, Preetz und Oldenburg i.H. auf die Themen Depressionen und Burn out ein und vermittelte dem sehr interessierten Publikum die unterschiedlichen Formen dieser Erkrankungen und den Umgang damit. Den Zuhörerinnen und Zuhörern wurde vermittelt, dass es sich beim Burn out aus ärztlicher Sicht nicht um eine klassische Erkrankung handelt und diese Symptome zumeist in der zweiten Lebenshälfte u.a. wegen hochgradiger beruflicher Belastung entstehen können. Eine wichtige Gegenmaßnahme für Betroffene sei es, sich persönliche Freiräume zu schaffen, in denen man "abschalten" kann und sich Pausen im Arbeitsleben gönnen sollte.
Über 8 Prozent unserer Bevölkerung leiden laut einer Studie aus dem Jahre 2012 an Depressionen. Diese sind damit eine sehr häufig auftretende Krankheit, wobei Frauen prozentual erheblich mehr betroffen sind als Männer. Es gibt diese Erkrankung in vielfältiger Art, wobei einige Symptome durchaus an den Burn out erinnern können. Dr. Jonas erläuterte, dass Depressionen sehr gut therapierbar seien und etwa jeder Fünfte in seinem Leben davon betroffen sein kann. Nicht jede depressive Stimmungslage ist sofort als Depression einzustufen. Sollte dieses Verhalten allerdings länger als 14 Tage anhalten, sollten die Betroffenen unbedingt ärztliche Hilfe aufsuchen.
Nach der Kaffeepause referierte Peter Flüchter, Leitender Abteilungsarzt im AMEOS Klinikum Heiligenhafen über Abhängigkeitserkrankungen und Suchterkrankungen im Alter. Erschreckend und beeindruckend zugleich waren für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gesprächs Vergleichszahlen über die Anzahl der Todesfälle, die durch den Genuss von legalen und illegalen Drogen im Laufe eines Jahres zu beklagen sind. So versterben jährlich etwa 200.000 Menschen in der Bundesrepublik an den Folgen von legalem Nikotin- und Alkoholkonsum - an illegalen Drogen hingegen versterben etwa 1.000 Menschen im gleichen Zeitraum. Ebenso interessant war die Aussage, dass bereits der regelmäßige Genuss von 0,25 Liter Bier am Tag - getrunken an mehr als fünf Tagen in der Woche - bereits zu einem erheblichen Suchtpotential führt. Über den Missbrauch von Medikamenten ging Peter Flüchter in seinem Vortrag ebenso ein, wie auf die Problematik von Suchterkrankungen bei älteren Menschen, wobei die Wirkung von Tabletten und Alkohol durch die körperlichen Veränderungen bis zu viermal höher sein können, als bei jüngeren Menschen.
Nach den Worten des Leitenden Abteilungsarzt im AMEOS Klinikum Heiligenhafen, Peter Flüchter, ist es wichtig, Suchterkrankungen rechtzeitig zu erkennen, damit diese behandelt werden können und erläuterte abschließend wo und wie man notfalls Hilfe und Unterstützung bekommen kann.
Während der beiden Vorträge, die für Laien sehr verständlich dargebracht wurden - kamen lebhafte Diskussionen auf und es wurden zahlreiche Fragen gestellt, so dass der vorgesehene Zeitrahmen erheblich überschritten worden ist, was für das große Interesse an der Veranstaltung spricht. Trotzdem hätte man sich von Seiten der Veranstalter gern eine etwas größere Teilnehmerzahl gewünscht.
Der ASB Ostholstein kündigte an, seine kostenlos angebotene Veranstaltungsreihe "Gesundheitsgespräche" mit verschiedenen Vorträgen rund um das Thema Gesundheit für interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer zukünftig fortzusetzen. Die nächste Veranstaltung wird wieder rechtzeitig vorher vom ASB angekündigt werden.

Jörg Bochnik 20-OKT-2016