Ostholstein

Chronik ASB Ostholstein

1986 - 1990

 

1986 - Rückschlag und Aufschwung
Einen herben Rückschlag erlitt das Ansehen des ASB Heiligenhafen zum Ende des Jahres 1986, nachdem grobes Fehlverhalten des damaligen Ortsvorsitzenden zu negativen Presseartikeln und schließlich zu Gerichtsverhandlungen führte. Viele sahen das Schicksal unseres Ortsverbandes bereits als besiegelt an.

 

1987 - Neuwahlen
Durch Neuwahlen am 17. Januar 1987 und weitere kleine Vorstands-Veränderungen im Januar 1988 wurden die Karten neu gemischt. Gemeinsames Handeln löste das bisherige Ein-Mann-Führungs-System ab und der Erfolg stellte sich ein - es gelang den schwer angeschlagenen Ortsverband aus dem Tief zu holen. Eine positive Aufwärtsbewegung, angetrieben durch nicht zu erschütterndes ehrenamtliches Engagement setzte ein.

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1988 - Die erste Schnelleinsatzgruppe im Lande
Neuland und große Anerkennung bei Behörden und in der Öffentlichkeit eroberte der ASB Heiligenhafen mit der Konzepterarbeitung und der anschließenden Aufstellung seiner „Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst'' (SEG-SAN-ASB) im Juni 1988 als einziger Einheit dieser Art im Lande Schleswig-Holstein für Groß-Unglücke und – was seinerzeit ungewöhnlich war – bei Gefahrgutunfällen. Heiligenhafens Lage an der Vogelfluglinie war als Standort für eine Spezialeinheit dieser Art gut gewählt.
Das damalige Konzept der SEG sah vor, dass diese Gruppe u.a. bei Großschadensfällen wie Eisenbahn-, Schiffs- und Flugzeugunglücken, Großbränden in Alters- und Behindertenheimen sowie Krankenhäusern zur Unterstützung des in solchen Fällen überforderten Rettungsdienstes eingesetzt werden sollte. Nachdem die Heiligenhafener Samariter Hubert Wied, Udo Glauflügel und Dieter Schiemann - sie fungierten seinerzeit als Einsatzleiter der SEG - die Idee in die Tat umsetzten, sah auch der Kreis Ostholstein die Notwendigkeit der SEG ein und unterstützte den Aufbau der Einheit mit großem Interesse durch die Anschaffung verschiedener dringend erforderlicher Geräte.

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1989 - Erdbebenhilfe in Armenien
Ein schweres Erdbeben suchte im Dezember 1988 Teile der damaligen Sowjetrepublik Armenien heim. Neben der Sammlung von Hilfsgütern beteiligten sich auch zwei Helfer des ASB Heiligenhafen aktiv an Hilfsmaßnahmen vor Ort. Die Aufgabe von Udo Glauflügel und Helmut Wollesen, bestand darin, mit einem Tankwagen einige Ortsteile von Leninakan täglich mit Trinkwasser zu versorgen – bei klirrender Kälte im Februar. 14 Tage dauerte der Einsatz. Großes Elend bekamen sie dabei zu sehen, aber auch eine Welle der Herzlichkeit der einheimischen Bevölkerung schlug ihnen entgegen.
Viele technische Probleme galt es beim Einsatz zu überwinden, und auch einige Nachbeben erlebten die Heiligenhafener Helfer mit.
Zu einem zweiten, ebenfalls vierzehntägigen Hilfseinsatz in Armenien weilten im Oktober die Heiligenhafener ASB-Helfer Heinz Klöpper und Ulf Richter. Sie beteiligten sich an dem vom ASB-Bundesverband in Eigenregie betriebenen Projekts zum Aufbau eines kompletten Krankenhauses.

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1989 - Die DDR-Grenzen öffnen sich
Politische Veränderungen führten im November 1989 erstmals zur Öffnung der Grenzen der DDR. Besucherströme jahrelang in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkter Bürger flossen in die grenznahen Orte der Bundesrepublik. An zahlreichen Wochenenden beteiligten sich unsere Helfer mit ihren Feldküchen an der Beköstigung der Besucher. Neben Versorgungseinsätzen in Heiligenhafen wurde der Betreungszug des OV Heiligenhafen sogar in Ratzeburg eingesetzt.
Allein an 1000 DDR-Bürger, die mit dem Schiff nach Heiligenhafen gekommen waren, wurden am Wochenende des 25./26. November 1989 in Heiligenhafen Suppe und heiße Getränke ausgegeben.

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1990 - Aufbauhilfe für DDR-Retter
Anfang des Jahres 1990 begannen Funktionäre unseres Ortsverbandes mit Sondierungsgesprächen in Anklam, um den dortigen Rettungsdienst, der damals nicht unseren Maßstäben entsprach, zu verbessern.
Mit großem Engagement durchgeführte Fortbildungsmaßnahmen für das Rettungsdienstpersonal in Anklam im April 1990 sowie in Bad Doberan im November 1990 führten schließlich zur Gründung von eigenständigen ASB-Ortsverbänden an beiden Standorten in Mecklenburg-Vorpommern.

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1990 - Erstes Notarzteinsatzfahrzeug
Der langjährige Einsatz unserer Retter zur Verbesserung des Rettungsdienstes auf der Insel Fehmarn führte im Mai 1990 zum Erfolg. Das lang gewünschte NEF -–ein Passat Variant – wurde in Dienst genommen und stellte nun sicher, dass der Notarzt schnell und mit den erforderlichen Geräten zu seinen Einsätzen gelangen konnte, was zuvor in dieser Art nicht möglich gewesen war.

 

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1990 - Ein Paket für Tschernobyl
Der ASB beteiligte sich an der landesweiten Aktion zur Unterstützung der nach der Reaktorkatastrophe in der Nähe von Tschernobyl notleidenden Bevölkerung. Über 800 Hilfspakete konnten im Zeitraum von November 1990 bis April 1991 bei uns gesammelt und weitergeleitet werden.
Über einen Zeitraum von mehreren Jahren wurden für diese Region in Weißrussland Hilfsgüter gesammelt. Zwei Helfer unseres Ortsverbandes beteiligten sich im Oktober 1991 mit einem LKW an einem Hilfstransport nach Minsk.

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