Ostholstein

UAV (Drohnen)

Unterstützung aus der Luft

Neuland hat der ASB Ostholstein im Jahr 2015 mit dem Aufbau seines UAV-Teams (Unmanned Aircraft Vehicle) betreten. Modernste Technik steht bereit, um notfalls Menschenleben zu retten - und zwar aus der Luft, mittels einer sogenannten Drohne (UAV).

Bildergalerie

Blick über das ASB-Gebäude und die Umgebung in Heiligenhafen aus Sicht der Drohne

Einsatzmöglichkeiten des UAV (Drohne)
Such- und Lageerfassungsdrohnen können zur Suche nach vermissten Personen, wie z.B. nach Kindern oder nach aus einem Alten- oder Pflegeheim abgängige Senioren eingesetzt werden.
Ein weiterer Bereich kann die Lageaufklärung und Heranführung von Einsatzkräften bei einem Massenunfall mit vielen Verletzten (MANV) oder großen Karambolagen, z.B. auf Autobahnen oder Bundesstraßen sein.
Ebenso kann eine Drohne zur Lageerkundung und zum Heranführen von Einsatzkräften bei Flächenbränden sowie zur Schadensaufklärung in unwegsamen Geländeabschnitten dienen und beim Zusammenwirken von verschiedenen Einsatzkräften bei Großeinsätzen unterstützen.
Aus den gewonnenen Erkenntnissen können z.B. Einsatzabschnitte festgelegt und das Heranführen von Hilfskräften in unwegsamen Gelände aus der Luft unterstützt werden.
Einsatzaufklärung nach Unwetterlagen, z.B. nach Schnee, Hochwasser, Starkregen, Überflutungen sind möglich. Allerdings sind hier den Einsatzmöglichkeiten der Drohne witterungsbedingte Grenzen gesetzt. Flüge bei Schneetreiben, Regen oder Sturm über Windstärke 7 sind nicht möglich.
Ein weiterer Einsatzbereich wäre die Lageaufklärung bei Explosionen von Gebäuden.

Test- und Vorlaufphase
Bereits seit 2015 befasst sich der ASB Ostholstein damit, unbemannte Luftfahrzeuge (UAV), auch als Drohnen bezeichnet, in seine Aufgabenbereiche zur Rettung von Menschenleben einzubeziehen. Aufgrund eines Presseberichts über dieses Thema in den „Lübecker Nachrichten“ vom 15. Juni 2016, verfasst von Thomas Klatt, hatten sich spontan zahlreiche Interessenten gemeldet, um zukünftig beim Einsatz dieses modernen und innovativen Rettungsmittels mitzuwirken. Dieser Artikel hat das ASB-Projekt richtig vorangebracht.

Ende Juni 2016 erfolgte ein erster Informationsabend beim ASB in Heiligenhafen. Über den sponaten und starken Zulauf  für einen ehrenamtlichen Tätigkeitsbereich war der ASB hoch erfreut. Im Juli 2016 wurde der Übungsbetrieb für die neuen Steuerer aufgenommen, von denen einige bereits Flugerfahrungen im Modellbau und im Drohnenbereich besaßen oder über anderweitiges technisches Wissen verfügen.

Aufstiegsgenehmigung zur Menschenrettung
Bereits seit Anfang des Jahres 2017 besitzt der ASB Ostholstein als eine der ersten Hilfsorganisationen in Schleswig-Holstein eine landesweite Aufstiegsgenehmigung vom Landesluftfahrtamt SH, in der alle Steuerer integriert sind. Durch die neue Drohnenverordnung des Bundes von April 2017 wurden die Einsatzmöglichkeiten für Drohnen im Bevölkerungsschutz erheblich erweitert und klar geregelt, so dass Einsätze dieser unbemannten Fluggeräte zur Menschenrettung nun fast ohne Einschränkungen möglich sind.

Das UAV-Team des ASB Ostholstein kann zu Einsätzen von den Rettungs- und Polizeileitstellen angefordert werden.

Der ASB Ostholstein verfügt im Moment über neun Drohnen-Piloten, darunter sogar eine weibliche Pilotin. Alle Teammitglieder verfügen über eine gewisse Lebenserfahrung, und geben sich hochmotiviert der Aufgabe hin, Menschenleben zu retten. Dazu kommt das hohe Verantwortungsgefühl gegenüber dem teuren Fluggerät und auch das Einkalkulieren von möglichen technischen Problemen, um die Gefährdung von unbeteiligten Personen oder Sachschäden möglichst zu vermeiden. So eine Drohne (UAV) ist kein Spielgerät. Die Piloten müssen ein Feingefühl für die Motorik entwickeln und räumlich denken können.

Geübt wird in wechselnden Zusammensetzungen. Neben der fliegerischen Beherrschung werden Gesetzeskunde, technische Kenntnisse, taktisches Verhalten und gemeinsames Vorgehen geschult.

Zum Einsatz kommen werden die Teams in einer Stärke von drei Helfern. Einer fliegt das UAV, der andere hält Sichtkontakt und beobachtet den Monitor. Der Dritte hält Kontakt mit der Einsatzleitung und steht als Fahrer zur Verfügung. Bei längeren Einsätzen ist ein rotierender Wechsel in den Positionen möglich, um die anstrengende Tätigkeit über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten zu können.

Moderne Einsatzgeräte
Ein wichtiger Aspekt ist natürlich die technische Ausstattung. Nach längerer Beratung im Team sind zum Jahresende 2016 ein Einsatz-UAV sowie zusätzlich ein fast identisches Übungsgerät vom ASB Ostholstein angeschafft worden. Während die Einsatzdrohne zusätzlich zur hochauflösenden Kamera (4K) über einen Restlichtverstärker und eine Wärmebildkamera verfügt, ist die Übungsdrohne mir einer normalen Kamera ausgestattet. Ansonsten sind  beide UAVs baugleich. Der ASB-Landesverband hat ebenfalls die technischen Möglichkeiten und das Potential dieser innovativen Technik erkannt und plant den Aufbau einer weiteren Gruppe im südlichen Landesteil. Das Fluggerät hierfür ist identisch und wurde bereits angeschafft. Die Beschaffung der UAVs inkl. Zubehör wurde vom Landesverband des ASB mit 50 % bezuschusst. Zusätzlich ist es gelungen, Firmen und Institutionen von dem Projekt zu überzeugen und größere Spendenbeträge hierfür einzuwerben.

Die Herstellerfirma YUNEEC sitzt übrigens in Kaltenkirchen und hat sich sehr kooperativ gegenüber dem ASB verhalten – inkl. praktischer Gerätevorführung.

Übungsbetrieb draußen und in der Halle

Seit Anfang 2017 wird die Ausbildung auf den neuen UAVs vom Typ TYPHOON H durchgeführt.

Zweimal im Monat treffen sich die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des UAV-Teams, um sich mit der Technik zu beschäftigen und zu üben, damit die vollständige Einsatzbereitschaft bald erfolgen kann.

In der dunklen und kalten Jahreszeit findet der Übungsflugbetrieb in zwei verschiedenen Turnhallen in Großenbrode sowie im AMEOS-Klinikum in Heiligenhafen statt.

Die persönliche Ausstattung der Helfer (m/w) mit ASB-Einsatzbekleidung ist im Jahre 2017 ebenfalls erfolgt.

Selbstverständlich hat der ASB Ostholstein die UAVs wie vorgeschrieben haftpflichtmäßig versichert.

Dankeschön den Spendern
Den großzügigen Spendern für die neuen UAVs und dem ASB-Landesverband dankt der ASB Regionalverband Ostholstein ganz herzlich für die Unterstützung. Dies geschieht in der Hoffnung, dass die modernen Fluggeräte ihrem vorgesehenen Einsatzzweck bei Bedarf gerecht werden und das UAV-Team bei ihrer Arbeit unterstützen.

 

Erstflug der Typhoon H als Video

 

MITMACHEN & HELFEN im UAV-(Drohnen)-Team ?

Der Suche- und Lagererfassungskopter (UAV) des ASB Ostholstein bei facebook

 

Ihr Ansprechpartner für den Bereich der Drohnen

Udo Glauflügel

RV-Geschäftsführer + Landesfachreferent Notfallvorsorge und Katastrophenschutz

Regionalverband Ostholstein Tollbrettkoppel 15, 23774 Heiligenhafen

Telefon: 0 43 62 - 90 04 50 , Telefax: 0 43 62 / 90 04 51
E-Mail: info(at)asb-ostholstein.de

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